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Die andere Seite der Tür
Türen sind die vermutlich sonderbarsten Konstruktionen in einer Wohnung. Wenn sie offen sind, stellen sie keinerlei Probleme da - doch sobald sie geschlossen werden, verwandeln sie sich in ein Mysterium, das uns unwiderstehlich anzieht.
Was ist bloß auf der anderen Seite? Natürlich, eben war da noch das Schlafzimmer. Aber spätestens seitdem eine Katze an Schrödingers Gedankenexperiment der Quantentheorie teilgenommen hat, wissen wir, dass nichts mehr so sein muss wie vorher, sobald man es nicht mehr beobachten kann.
Beispiele dafür gibt es auch im Alltag genug - wohin verschwindet bloß die Sahne aus dem Kännchen auf dem Tisch, sobald ein Mensch nicht hinsieht? Was passiert mit der zweiten Socke in der Uneinsehbarkeit der Waschmaschine? Und welcher Zauber sorgt dafür, dass Berge von Katzenspielzeug auf Nimmerwiedersehen in der Wohnung verschwinden, weil man gerade kein Auge darauf hatte?
Nein, es gibt keine Sicherheit hinter einer geschlossenen Tür. Erst wenn wir es geschafft haben, durch anhaltendes Mauzen, durch Kratzen und Rupfen einen Menschen dazu zu bringen, die Tür zu öffnen und uns reinzulassen, können wir mit Sicherheit sagen, dass das Schlafzimmer tatsächlich noch da ist.
Schwierig wird es erst, wenn der Mensch die Tür hinter uns wieder schließt. Natürlich, eben war da noch der Flur auf der anderen Seite. Aber jetzt? Besser, wir gehen mal nachschauen…
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