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Die nächste Palette, bitte…

Katzenfutter ist eine ganz eigene Sache und man könnten hier jetzt endlos über die Vorzüge von frischem Fleisch, diverser Sorten Dosenfutter, dem zarten Biß von Trockenfutter oder dem unübertrefflichen Geschmack einer selbst gefangenen halben Maus (die andere Hälfte kommt natürlich vor die Haustür, keine Frage) diskutieren, aber das ist nicht unser Anliegen.
Es geht vielmehr um das Phänomen: Je mehr von einem Futter im Haus ist, desto schlechter schmeckt es.

Wer von den Menschen will schon jeden Tag Erbsensuppe essen? Und trotzdem machen sie sich keine Gedanken darüber, welchem psychologischen Druck sie uns mit dem Anblick eines ganzen Turms von lilafarbenen, grünen oder gelben Dosen aussetzen, von denen das haargenau gleiche Katzengesicht in dreißigfacher Ausführung zu uns runtergrinst.
Jeden Tag füllen die Menschen unseren Napf mit dem gleichen Pamp, und auch wenn der Aufdruck klangvoll von Meeresfrüchtecocktails oder Wildbret schwärmt, zeigt doch ein Blick auf die Inhaltsstoffe, dass vier Prozent alter Fisch umhüllt von 96 Prozent Vierhuferresten selbst für unsere feinen Zungen schwer rauszuschmecken ist.

Irgendwann ist dann der Zeitpunkt gekommen, nur noch die Soße oder das Gelee von den gleichförmigen Bröckchen zu lecken und den Rest dem Schicksal des Austrocknens zu überlassen, als Protest und Mahnmal.
Wenn der Mensch dann eine neue Sorte Futter kauft, gilt es, sich wie verhungert darauf zu stürzen und die Wahl mit Schnurren und Schmatzen zu belohnen. Das geht so lange, wie es immer mal eine Probedose ist - und ändert sich schlagartig mit dem Auftauchen des nächsten Turmes gleicher, grinsender Katzenfutterdosen!
Welcher Mensch will schon jeden Tag Linsensuppe essen?