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Der Tiger trinkt an der Quelle

Er kann groß wie ein Badezuber sein, aber er ist und bleibt doch nur, was er ist: ein Wassernapf.
Jeden Tag kann das Wasser darin gewechselt werden, aber es ändert nichts an der Tatsache: nur degenerierte Katzen trinken aus stehenden Gewässern. Wer weiß, was da alles drin herum geschwommen ist? Altes Trockenfutter, aufgequollen zu fantastischer Größe, Staub, Krankheitserreger, tote Nilpferde - nein, wir wissen das als erfahrene Wildnis-Spezialisten, denen Rüdiger Nehberg nur zustimmen würde: es kann nicht gesund sein, aus so einem Ding zu trinken.

Folgen wir also unserem Instinkt: der Tiger trinkt an der Quelle.
In ihrer Weisheit haben die Menschen in ihren Wohnungen mehrere solcher Einrichtungen installiert. Während einige von uns die Badewanne bevorzugen, sind andere von dem kräftigen Platschen der Dusche (und dem somit noch mehr mit Sauerstoff angereicherten Trinkwasser) angetan. Einige wenige von uns schaffen es mit den Jahren, zumindest die Wasserhähne der Waschbecken selbst aufzudrehen und verfügen somit über einen nie versiegenden, immer plätschernden Quell, der ihnen jederzeit zur Verfügung steht, ohne dass man Menschen zum Badezimmer locken muss.

Tiger an der Quelle

Glückliche Katzen haben Menschen mit Zimmerbrunnen, an deren wackeligem Rand man geschickt balancieren kann, um halb verdurstet zwischen dem Farn ein paar kühle Tropfen zu ergattern (und den Farn als verdauungsfördernden Nachtisch) - Phantasie ist alles!
Spannung und Abenteuer bringt auch das Herumklettern auf dem Badewannenrand, während die Menschen drin sitzen. Noch unterhaltsamer als die Herausforderung des schlüpfrigen, nassen, glatte Untergrundes ist das Gesicht der Menschen, die sich lebhaft vorstellen können, woran man sich wohl mit allen Krallen festhalten wird, sollte man doch abrutschen und ins Badewasser fallen…