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Immer und jederzeit
Um es erst einmal vorweg zu nehmen: natürlich ist es ein guter Grund, nachts gegen drei ein Mauzkonzert vor der Schlafzimmertür der Menschen zu beginnen und eine dramatische Sterbeszene (in Länge und Ausdruck vergleichbar mit Hamlets Tod) zu inszenieren, wenn der Napf leer ist!
Doch ein Hinweis an unsere zaghafteren Freunde: die oberste Maxime hierbei ist, niemals aufzugeben. Selbstverständlich wird erst einmal keine Reaktion kommen. Dann vielleicht ein von Kissen ersticktes "Hör auf!", das wir aber zur weiteren Selbstmotivierung nutzen können: immerhin wären wir nicht so unglücklich, halb verhungert und erfroren, wenn wir auch in diesen warmen Kissen liegen dürften! Demnach gilt es, nicht nur weiter zu Mauzen, sondern auch andere Werkzeuge einzusetzen: Gnibbeln mit den Krallen am Teppich, Kratzen an der Tür, monotone Mauzfolgen ähnlich der Chinesischen Wasserfolter mit scheinbaren Ruhepausen abwechseln lassen, in denen wir simulieren, dass wir aufgegeben haben. Ein neuerliches Loslegen bringt dann garantiert den besten Effekt. Spätestens gegen vier Uhr wird der Mensch soweit sein, uns den Napf zu füllen, aus dem wir dann der Höflichkeit halber ein paar Brocken essen können. Und wenn wir ganz viel Glück haben, wacht der Mensch am nächsten Morgen auf und denkt, er hätte nur einen Alptraum gehabt… und füllt dann auch den Napf noch mal nach. |