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Katzenschach

Wer blinzelt, hat verloren. Wer sich zuerst bewegt, ist raus. Wer sich bange machen lässt, der spielt besser nicht mehr mit.
Katzenschach ist nur etwas für Katzen mit Charakter und Durchhaltevermögen. Zudem ist es, wie sollte es bei Katzen auch anders sein, ein extrem gemütlicher und kaloriensparender Sport.

Die Regeln sind sehr einfach.
Jede Katze im Haus (drei ist eine gute Zahl, aber je mehr mitspielen, desto besser!) sucht sich einen möglichst bequemen Platz, am besten noch in unterschiedlichen Höhen.
Katze 1 auf dem Sofa beobachtet nur reglos Katze 2 neben der Heizung, die wiederum Katze 3 unter dem Tisch nicht aus den Augen lässt, die ihrerseits Katze 1 fixiert.
Das war es auch schon. Nein, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Das kann man stundenlang so weiter machen.

Wichtig ist es nur, sich nicht beirren zu lassen, selbst wenn ein Mensch im Zimmer auftaucht, zwischen die Spieler tritt, erstarrt und sich fragend umblickt, Koseworte ruft oder gar mit Leckerlies wedelt. Solche profanen Dinge haben beim Katzenschach nichts zu suchen, es ist ein anspruchsvoller Sport.

Die alten Ägypter, die Katzen und ihre Fertigkeiten generell in hohem Ansehen hielten, verewigten das Katzenschach sogar in einer ihrer großartigsten Bauwerke: der Sphinx. Da sitzt sie nun seit ein paar Jahrtausenden und blinzelt nicht, bewegt sich nicht und lässt sich auch nicht bange machen.
Was für ein Vorbild.